Der Fuß ist taub, die Zehen brennen nachts, und beim Knöpfen oder Tabletten Herausdrücken fehlt das Gefühl in den Fingern. Viele Menschen mit Polyneuropathie merken erst spät, dass sie sich verletzt haben oder unsicher auf den Beinen sind. Dieser Ratgeber zeigt, was die Nervenerkrankung im Alltag bedeutet, wie Sie Stürze und unbemerkte Wunden vermeiden und wann ein Pflegegrad infrage kommt.
Wir von City Concierge unterstützen Familien in Düsseldorf bei Betreuung und Alltagshilfe und bei der Beantragung von Leistungen wie dem Entlastungsbetrag.
Bevor Sie einen Antrag auf Pflegegrad oder Leistungen selbst stellen: Rufen Sie uns an. Wir kennen die Abläufe der Kassen in Düsseldorf und NRW und helfen kostenfrei beim Ausfüllen der Unterlagen.
Wenn die Füße nichts mehr melden
Bei einer Polyneuropathie sind mehrere Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark geschädigt. Typisch sind Kribbeln, Taubheit, Brennen und ein nachlassendes Temperaturempfinden. Auch Muskelschwäche, Krämpfe und Schwindel nach dem Aufstehen können auftreten (gesund.bund.de). Häufigste Auslöser sind ein schlecht eingestellter Diabetes und starker Alkoholkonsum. Bei vielen älteren Menschen bleibt die Ursache unklar.
Bei diabetischer Neuropathie sind die Beschwerden nachts oft stärker. Betroffen sind meist die Füße, aber auch Hände und Unterschenkel. Etwa die Hälfte der Betroffenen hat laut gesund.bund.de gar keine Beschwerden. Heilbar ist die diabetische Neuropathie nicht, Ziel der Behandlung ist, das Fortschreiten zu verlangsamen. Welche Therapie sinnvoll ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Wer vor allem unter anhaltenden Schmerzen leidet, findet im Beitrag zu chronischem Schmerz im Alltag ergänzende Hinweise.
Wo es im Alltag konkret hakt
Ob Hilfe nötig ist, zeigt sich selten an der Diagnose, sondern an einzelnen Handgriffen. Typische Situationen:
- Einkaufen und Tragen: Wer die Füße nicht mehr spürt, geht unsicherer, besonders auf unebenem Boden oder in der Dunkelheit.
- Kochen und Heißes: Ein nachlassendes Temperaturempfinden erhöht das Risiko, sich an Herd, Wasser oder Wärmflasche zu verbrennen, ohne es zu bemerken.
- Feinarbeit: Knöpfe, Reißverschlüsse, Medikamentenblister oder Schlüssel gelingen mit tauben Fingern schlechter.
- Fußpflege: Die Füße täglich zu kontrollieren ist schwer, wenn Beweglichkeit oder Sehkraft fehlen.
- Wege und Termine: Arztbesuche, Podologie und Apotheke kosten Kraft, wenn jeder Schritt unsicher ist.
Hier setzt unsere Alltagsbegleitung an: Wir gehen mit zum Einkauf, begleiten zu Terminen und unterstützen im Haushalt. Medizinische Behandlung bleibt bei Ärztin, Arzt und Pflegedienst.
Sie wissen nicht, welche Hilfe in Ihrer Situation überhaupt möglich ist? Fordern Sie einen Rückruf an, wir sortieren das kostenfrei mit Ihnen.
Unbemerkte Wunden vermeiden: Fußkontrolle, Schuhe, Wasser
Weil Schmerz, Druck und Wärme schlechter gespürt werden, können Verletzungen lange unbemerkt bleiben. Die KKH empfiehlt, die Füße möglichst täglich zu untersuchen und auf rissige Haut, Druckstellen, Rötungen, Blasen und eingewachsene Nägel zu achten. Bei Bedarf helfen ein Spiegel oder eine andere Person. Nach KKH gilt außerdem: nicht barfuß und nicht nur in Strümpfen laufen, Schuhe mit festem Fersenhalt und Platz für die Zehen tragen und sie vor dem Anziehen innen abtasten.
Gesund.bund.de rät, die Wassertemperatur beim Baden mit dem Ellenbogen zu prüfen. Sind Hornhaut oder Nägel selbst nicht mehr sicher zu pflegen, kann bei Nerven- oder Gefäßveränderungen eine podologische Behandlung verordnet werden, sofern die Füße wundfrei sind (KKH). Bei kleinsten Verletzungen sollten Sie sofort die Arztpraxis aufsuchen. Wir ersetzen weder Fußpflege noch Wundversorgung, erinnern aber an Termine und begleiten Sie dorthin.
Sturzgefahr in den eigenen vier Wänden senken
Gefühlsstörungen erschweren das Gehen und erhöhen das Sturzrisiko. Nach gesund.bund.de können Haltegriffe im Bad, Nachtlichter und Physiotherapie helfen. Prüfen Sie Teppichkanten, Kabel und Schwellen, und sorgen Sie für gute Beleuchtung auf dem Weg zur Toilette. Mehr Praxistipps finden Sie in unserem Beitrag zur Sturzvorbeugung.
Für größere Umbauten gibt es mit Pflegegrad Zuschüsse. Das Bundesgesundheitsministerium nennt bis zu 4.180 € je Maßnahme (Stand 2026), wie im Beitrag zur Wohnungsanpassung beschrieben. Wer zusätzlich Diabetes hat, findet im Beitrag Diabetes im Alltag weitere Hinweise.
Eine Stufe, ein Bad ohne Haltegriff, ein unsicherer Gang: Schildern Sie uns kurz per WhatsApp, was im Alltag schwierig ist. Wir zeigen kostenfrei, welche Anträge infrage kommen.
Reicht die Diagnose für einen Pflegegrad?
Nein, die Diagnose allein entscheidet nicht. Pflegebedürftig ist, wer wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen dauerhaft, voraussichtlich mindestens sechs Monate, Hilfe anderer braucht (§ 14 SGB XI). Entscheidend ist, wie selbstständig Sie im Alltag sind. Bewertet werden sechs Bereiche, darunter Mobilität, Selbstversorgung und der Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen. Haushaltsführung ist kein eigenes Modul.
Bei Polyneuropathie kommen etwa unsicheres Gehen, Hilfe beim Duschen oder Anziehen oder die Medikamentengabe in Betracht. Die Module sind unterschiedlich gewichtet: Selbstversorgung zählt mit 40 Prozent, die Bewältigung krankheitsbedingter Anforderungen mit 20 Prozent, Mobilität mit 10 Prozent (§ 15 SGB XI). Pflegegrad 1 beginnt bei 12,5 Gesamtpunkten, Pflegegrad 2 bei 27 Punkten. Wie die Rechnung im Einzelnen läuft, steht im Beitrag zu Punkten und Modulen. Ob und welcher Pflegegrad zuerkannt wird, entscheidet allein die Pflegekasse.
Die Begutachtung: Zeigen Sie den Alltag, wie er ist
Nach dem Antrag kündigt der Medizinische Dienst den Termin schriftlich an, meist findet er bei Ihnen zu Hause statt und dauert 60 bis 90 Minuten. Eine Vertrauensperson darf dabei sein. Die Begutachtung soll laut Pflegewegweiser NRW spätestens 20 Arbeitstage nach Antrag stattfinden, die Pflegekasse entscheidet spätestens nach 25 Arbeitstagen.
Sinnvoll sind Arztbriefe, Medikamentenplan und ein Pflegetagebuch über einige Tage: Wobei brauchen Sie Hilfe, wie oft, auch nachts? Gerade bei schwankenden Beschwerden hilft das, den Alltag realistisch darzustellen. Eine Vorlage und Tipps finden Sie auf unserer Seite zum Pflegetagebuch, den Ablauf erklärt der Beitrag zur Vorbereitung der Begutachtung.
Sie möchten den Termin des Medizinischen Dienstes gut vorbereiten? Rufen Sie uns vorher an. Wir bereiten den Antrag mit Ihnen vor, stimmen uns mit der Pflegekasse ab und gehen das Pflegetagebuch kostenfrei mit Ihnen durch.
Was die Pflegekasse zahlt und wofür Sie es nutzen
Nach der Broschüre des Bundesgesundheitsministeriums (Stand 2026) gelten diese Beträge:
- Entlastungsbetrag: bis zu 131 € monatlich, ab Pflegegrad 1
- Pflegegeld monatlich: Pflegegrad 2 347 €, Pflegegrad 3 599 €, Pflegegrad 4 800 €, Pflegegrad 5 990 €
- Pflegehilfsmittel zum Verbrauch: bis zu 42 € monatlich
- Gemeinsamer Jahresbetrag für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege: bis zu 3.539 € je Kalenderjahr, ab Pflegegrad 2
Den Entlastungsbetrag können Sie für Betreuung, Begleitung und Hilfe im Haushalt durch anerkannte Angebote einsetzen, auch bei Pflegegrad 1. Wie das konkret läuft, steht im Beitrag zu Haushaltshilfe bei Pflegegrad 1. Eine Reform ab 2027 ist nicht beschlossen, Hintergründe lesen Sie unter Pflegereform 2027.
Liegt noch kein Pflegegrad vor, kann nach einem Klinikaufenthalt oder bei schwerer Krankheit unter Umständen eine Haushaltshilfe der Krankenkasse möglich sein. Mit Pflegegrad 2 bis 5 greifen stattdessen die Leistungen der Pflegekasse.
Unsicher, ob Pflegegeld, Entlastungsbetrag oder beides für Sie passt? Wir rechnen es gemeinsam durch, die Beratung ist für Sie kostenfrei. Fordern Sie einfach einen Rückruf an.
Häufige Fragen zu Polyneuropathie, Pflegegrad und Hilfe im Alltag
Bekomme ich mit Polyneuropathie automatisch einen Pflegegrad?
Nein. Der Pflegegrad hängt nicht von der Diagnose ab, sondern davon, wie selbstständig Sie im Alltag sind. Der Medizinische Dienst prüft das bei der Begutachtung, die Pflegekasse entscheidet.
Zählt die Hilfe bei der Fußkontrolle für den Pflegegrad?
Sie gehört zu dem, was Sie dem Medizinischen Dienst schildern sollten, etwa im Pflegetagebuch. Wie sie bewertet wird, entscheidet der Gutachter im Gesamtbild der sechs Bereiche.
Kann ich Hilfe bekommen, bevor der Pflegegrad entschieden ist?
Das Verfahren dauert wenige Wochen. Rufen Sie uns in dieser Zeit an, wir besprechen mit Ihnen, welche Unterstützung schon jetzt möglich ist und was nach dem Bescheid folgt.
Übernehmen Sie Verbandswechsel oder Insulingabe?
Nein. Medizinische Versorgung bleibt bei Ärztin, Arzt oder Pflegedienst. Wir übernehmen Betreuung, Alltagsbegleitung und Hilfe im Haushalt und stimmen uns bei Bedarf mit den Beteiligten ab.
Was kostet mich die Antragshilfe?
Unsere Beratung und die Hilfe beim Ausfüllen der Antragsunterlagen sind kostenfrei. Zu unseren Leistungen sprechen wir persönlich mit Ihnen.
Quellen: gesund.bund.de: Polyneuropathie, gesund.bund.de: Diabetische Neuropathie, KKH: Diabetischer Fuß, § 14 SGB XI, § 15 SGB XI, Pflegewegweiser NRW: Begutachtung durch den Medizinischen Dienst, BMG: Pflegeleistungen zum Nachschlagen (Stand 07/2026).
Mehr zu unseren Leistungen von City Concierge, Ihrem Betreuungsdienst in Düsseldorf: Haushaltshilfe und Entlastungsbetrag.
Rufen Sie uns an, bevor Sie den Antrag stellen
Montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr sind wir für Sie da. Wir bereiten den Antrag mit Ihnen vor, stimmen uns mit der Kasse ab und beraten Sie kostenfrei. Alternativ erreichen Sie uns über unser Kontaktformular.

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