Wer einen Angehörigen pflegt, hat oft viele Ratgeber, aber selten jemanden, der die eigene Lage wirklich kennt. Genau dafür gibt es Selbsthilfegruppen und Gesprächskreise: Menschen in ähnlicher Situation hören zu und teilen ihre Erfahrungen.
Dieser Ratgeber zeigt, welche Formen es gibt, wer in Düsseldorf bei der Suche hilft und wie Sie sich den Termin freihalten. Als Betreuungsdienst in Düsseldorf übernehmen wir in dieser Zeit gern die Betreuung Ihres Angehörigen.
Sie möchten zu einer Gruppe gehen, aber wissen nicht, wer währenddessen bei Ihrem Angehörigen bleibt? Rufen Sie uns an, bevor Sie einen Antrag stellen. Wir bereiten ihn mit Ihnen vor, die Beratung ist kostenfrei.
Warum Austausch mit anderen Pflegenden mehr ist als ein nettes Extra
Pflege belastet. Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat für 2025 rund 1.490 Pflegende befragt. Danach gelten 43,3 Prozent der Befragten als hochbelastet, Frauen häufiger als Männer.
Nach Angaben von gesund.bund.de, dem Portal des Bundesgesundheitsministeriums, bieten Selbsthilfegruppen emotionale Unterstützung, Erfahrungsaustausch und verlässliche Informationen. Gruppen für Angehörige können außerdem soziale Isolation verringern. Eine Behandlung ersetzen sie nicht, sie können sie aber ergänzen.
Selbsthilfegruppe, Gesprächskreis, Kontaktstelle: Wo der Unterschied liegt
Die Begriffe werden oft vermischt. Das hilft bei der Wahl:
- Selbsthilfegruppe: Die Mitglieder bestimmen Ziele und Treffen selbst. Laut Stadt Düsseldorf gibt es keine professionelle Leitung, und was besprochen wird, bleibt in der Gruppe.
- Angeleiteter Gesprächskreis: Eine Fachkraft moderiert die Treffen. Solche Kreise sind im Pflegewegweiser NRW für Düsseldorf verzeichnet, etwa für Angehörige von Menschen mit Demenz.
- Selbsthilfekontaktstelle: Hauptamtliche Beratungsstellen informieren über Gruppen und helfen bei der Gründung neuer Gruppen.
- Selbsthilfeorganisation: Zusammenschlüsse von Gruppen, oft zu einer bestimmten Erkrankung.
Wer sich nicht gleich festlegen mag, startet mit einem Gespräch bei einer Kontaktstelle.
Wer in Düsseldorf bei der Suche hilft
Das Selbsthilfe-Service-Büro im Gesundheitsamt der Stadt Düsseldorf ist Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe. Laut städtischem Flyer bietet es Information, persönliche, telefonische und E-Mail-Beratung sowie Unterstützung in der Anfangsphase neuer Gruppen. Auch Menschen, die eine Gruppe suchen, können sich melden. Die aktuellen Sprechzeiten finden Sie auf duesseldorf.de.
Speziell für Pflege gibt es das Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe. Die Alzheimer Gesellschaft Düsseldorf nennt auf ihrer Website, dass das Kontaktbüro Angehörige, Betroffene und Selbsthilfegruppen berät und Pflegeselbsthilfegruppen in Düsseldorf vermittelt. Erreichbar ist es unter 0211 280 175 9 (Hardenbergstraße 3). Eine Terminvereinbarung ist laut Pflegewegweiser NRW notwendig. Fragen Sie dort auch nach Kosten.
Sie wissen nicht, ob eine Gruppe oder erst einmal praktische Entlastung für Sie passt? Fordern Sie einen Rückruf an. Wir hören zu und sortieren die nächsten Schritte mit Ihnen, kostenfrei.
Die richtige Gruppe finden: Fragen vor dem ersten Besuch
Nicht jede Gruppe passt zu jeder Pflegesituation. Pflegen Sie Ihre Partnerin oder Ihren Vater? Geht es um Demenz, einen Schlaganfall oder eine Krebserkrankung? Je ähnlicher die Lage, desto leichter fällt das Reden.
Klären Sie vorab:
- Ist die Gruppe selbstorganisiert oder wird sie angeleitet?
- Gibt es feste Termine, und müssen Sie sich anmelden?
- Findet das Treffen vor Ort oder online statt?
- Gibt es Kosten, etwa für Räume oder Material?
Laut Barmer ist die Verbindlichkeit in Selbsthilfegruppen gering, es gibt keine vorgeschriebenen Mindesttermine. Viele Gruppen nehmen auch spontane Besucher auf, so gesund.bund.de. Sie können also erst einmal zuhören. Passt die Runde nicht, probieren Sie eine andere.
Vor Ort oder per Video: Was zu Ihrem Alltag passt
Digitale Angebote wie Videochats ermöglichen die Teilnahme, wenn Sie das Haus nicht verlassen können. Das steht ebenfalls bei gesund.bund.de. Die Barmer gibt zu bedenken, dass Online-Treffen nach Erfahrung mancher Teilnehmender weniger intensiv sind. Beides hat seinen Platz: Online ist erreichbar, wenn die Pflege den Abend bestimmt, und vor Ort entstehen eher persönliche Kontakte.
Denkbares Beispiel (kein realer Fall): Eine Tochter pflegt ihre Mutter und kann abends nicht weg. Sie startet mit einer Videorunde und geht später, wenn die Betreuung steht, zu einem Treffen vor Ort.
Wissen Sie schon, an welchem Wochentag Sie Zeit für sich bräuchten? Schreiben Sie uns kurz per WhatsApp. Wir melden uns und planen die Betreuung mit Ihnen, die Beratung ist kostenfrei.
Wer bleibt beim Pflegebedürftigen, während Sie in der Gruppe sind?
Oft scheitert der Besuch nicht am Willen, sondern an der Zeit. Hier hilft der Entlastungsbetrag: Er beträgt nach § 45b SGB XI bis zu 131 Euro im Monat und kann für nach Landesrecht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag eingesetzt werden. Nach den Leistungsübersichten des Bundesgesundheitsministeriums gilt er für alle Pflegegrade. Nicht genutzte Beträge lassen sich bis zum 30. Juni des Folgejahres übertragen. Mehr dazu im Beitrag zum Ansparen und Verfall.
Für längere Abwesenheiten gibt es die Verhinderungspflege. Verhinderungs- und Kurzzeitpflege teilen sich 2026 einen Gemeinsamen Jahresbetrag von bis zu 3.539 Euro. Wie Sie die Leistung abrufen, steht im Beitrag zur Verhinderungspflege. Die Erstattung erfolgt über die Pflegekasse, wir unterstützen Sie bei der Beantragung.
Wissen statt Rätselraten: Pflegekurs und Pflegeberatung
Gruppen sind nur ein Baustein. Pflegekurse nach § 45 SGB XI sind für Angehörige unentgeltlich und können auf Wunsch auch zu Hause stattfinden. Dort treffen Sie ebenfalls andere Pflegende. Details finden Sie im Beitrag zum kostenlosen Pflegekurs.
Wer Leistungen der Pflegeversicherung bezieht oder beantragt hat, hat Anspruch auf Pflegeberatung nach § 7a SGB XI. Auf Wunsch findet sie zu Hause statt, Angehörige können einbezogen werden. Lesen Sie dazu Pflegeberatung in Düsseldorf. Mit Demenz im Haushalt hilft zusätzlich der Überblick über Demenz-Anlaufstellen.
Möchten Sie Pflegeberatung, Entlastungsbetrag und Verhinderungspflege in der richtigen Reihenfolge angehen? Rufen Sie uns vor dem Antrag an. Wir kennen die Abläufe der Kassen in Düsseldorf und NRW, die Hilfe bei den Unterlagen ist kostenfrei.
Wenn die Gruppe nicht reicht
Selbsthilfe kann ärztliche oder psychologische Begleitung nicht ersetzen, betont auch die Barmer. Halten Erschöpfung, Niedergeschlagenheit oder Schlafprobleme über längere Zeit an, sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis. Mehr zur Entlastung durch Pausen lesen Sie im Beitrag Pflegende Angehörige entlasten.
Zum Gesamtbild gehört auch, die Pflege im Alltag zu verteilen. Einen Überblick, was Ihrem Angehörigen zusteht, gibt der Beitrag zu den Leistungen bei Pflegegrad 2.
Fühlen Sie sich gerade überfordert und möchten erst einmal sprechen? Wir rufen Sie zurück und zeigen, welche Unterstützung in Ihrer Woche möglich ist. Das Gespräch ist kostenfrei.
Häufige Fragen zur Selbsthilfe für pflegende Angehörige
Was kostet die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe?
Einheitliche Kosten gibt es nicht, sie hängen von Gruppe und Träger ab. Die Selbsthilfe wird laut gesund.bund.de unter anderem von Krankenkassen und der öffentlichen Hand gefördert. Fragen Sie vor dem ersten Besuch bei der Gruppe oder der Kontaktstelle nach.
Muss ich mich anmelden?
Bei vielen Selbsthilfegruppen reicht es laut Barmer, einfach vorbeizukommen. Angeleitete Gesprächskreise in Düsseldorf verlangen laut Pflegewegweiser NRW eine Terminvereinbarung. Rufen Sie im Zweifel kurz an.
Wird das, was ich erzähle, weitergegeben?
Nach Angaben der Stadt Düsseldorf wird das Besprochene nicht nach außen getragen. Gruppen leben davon, dass alle offen sprechen können. Fragen Sie zu Beginn nach den Gruppenregeln.
Gibt es auch Gruppen, wenn mein Angehöriger keinen Pflegegrad hat?
Viele Gruppen verlangen laut gesund.bund.de nicht einmal eine Mitgliedschaft, von einem Pflegegrad ist dort keine Rede. Für den Entlastungsbetrag und die Verhinderungspflege ist ein Pflegegrad dagegen nötig. Ob ein Antrag sinnvoll ist, klären wir mit Ihnen kostenfrei im Gespräch.
Kann ich den Entlastungsbetrag für die Betreuung während der Gruppe nutzen?
Er ist nach § 45b SGB XI für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag vorgesehen. Ob unsere Betreuung in Ihrem Fall darüber abgerechnet werden kann, besprechen wir persönlich. Die Pflegekasse entscheidet über die Erstattung.
Quellen: Stadt Düsseldorf: Was ist Selbsthilfe?, Stadt Düsseldorf: Flyer Selbsthilfe-Service-Büro, Alzheimer Gesellschaft Düsseldorf: Angebote, Pflegewegweiser NRW: Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe Düsseldorf, gesund.bund.de: Gesundheitliche Selbsthilfe, gesund.bund.de: Selbsthilfe für Angehörige, Barmer: Selbsthilfegruppen, so funktioniert es, WIdO monitor 1/2026: Lage pflegender Angehöriger, § 45b SGB XI, § 45 SGB XI, § 7a SGB XI, BMG: Leistungsbeträge 2026.
Mehr zu unseren Leistungen von City Concierge, Ihrem Betreuungsdienst in Düsseldorf: Entlastungsbetrag und Verhinderungspflege.
Gönnen Sie sich den Austausch, den Sie brauchen
Rufen Sie uns an, bevor Sie einen Antrag stellen. Wir bereiten die Unterlagen mit Ihnen vor und stimmen uns mit der Pflegekasse ab. Die Beratung ist kostenfrei. Mehr zur Alltagsbegleitung und Betreuung finden Sie auf unserer Leistungsseite.

Schreibe einen Kommentar