Pflegegrad nach Schlaganfall: Antrag aus Klinik und Reha

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Ein Schlaganfall verändert den Alltag von einem Tag auf den anderen. Oft liegt der Betroffene noch auf der Stroke Unit, während zu Hause schon die Frage im Raum steht: Wer hilft nach der Entlassung, und wer bezahlt das? Die Pflegeversicherung kann einen Teil dieser Last tragen, aber nur auf Antrag. Wie der Weg von der Klinik über die Reha bis zum Bescheid aussieht, erklären wir Ihnen hier. Die Grundlagen finden Sie auch in unserem Beitrag zum Pflegegrad beantragen.

Sie möchten den Antrag nicht allein stemmen? Wir bereiten ihn mit Ihnen vor und stimmen uns mit der Pflegekasse ab. Unsere Beratung ist für Sie kostenfrei.

Warum nach einem Schlaganfall oft ein Pflegegrad nötig wird

Typische Folgen sind Lähmungen auf einer Körperseite, Schluck- und Sprachstörungen sowie Konzentrationsprobleme. Lähmungen bessern sich oft, können aber bleiben. Nach Angaben von gesundheitsinformation.de sind etwa 40 von 100 Überlebenden dauerhaft stärker beeinträchtigt und auf Hilfe oder Pflege angewiesen.

Pflegebedürftig im Sinne des Gesetzes sind Sie, wenn die Einschränkung voraussichtlich mindestens sechs Monate besteht (§ 14 SGB XI).

Antrag stellen, solange der Patient noch in der Klinik ist

Sie müssen mit dem Antrag nicht bis nach der Entlassung warten. Der Antrag geht an die Pflegekasse und kann formlos telefonisch gestellt werden. Das Datum der Meldung zählt, denn Leistungen gibt es ab Antragstellung (§ 33 SGB XI), spätestens ab Beginn des Antragsmonats. Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe rät, bei absehbarer Pflegebedürftigkeit früh und möglichst als Eilantrag zu beantragen.

Unterschreiben muss die betroffene Person, eine bevollmächtigte Person oder der gesetzliche Betreuer. Der Sozialdienst der Klinik koordiniert den Übergang und kann den Antrag begleiten. Sagen Sie dort auch, welche Barrieren zu Hause warten, etwa Treppen oder zu wenig Platz für einen Rollator. Mehr zu den Abläufen der Düsseldorfer Kliniken lesen Sie bei Entlassmanagement.

Ein Angehöriger ist gerade auf der Station und Sie wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? Rufen Sie uns an, bevor Sie den Antrag selbst stellen. Wir kennen die Abläufe der Kassen in Düsseldorf und NRW.

Schnellere Begutachtung in Klinik und Reha

Liegt der Antragsteller im Krankenhaus oder in einer stationären Reha, kann die Begutachtung deutlich schneller stattfinden. Nach § 18a SGB XI muss sie sofort, spätestens am fünften Arbeitstag erfolgen, wenn die Begutachtung vor Ort für die weitere Versorgung nötig ist oder ein Angehöriger Pflegezeit angekündigt hat. Im Normalfall muss die Pflegekasse spätestens 25 Arbeitstage nach Antragseingang schriftlich entscheiden (§ 18c SGB XI). Hält sie die Frist nicht ein, zahlt sie 70 Euro für jede begonnene Woche der Verzögerung, außer sie hat die Verzögerung nicht zu vertreten.

Für die Zeit nach der Reha gilt: Solange noch kein Pflegegrad 2 bis 5 vorliegt, kann eine Haushaltshilfe der Krankenkasse in Betracht kommen. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Haushaltshilfe nach Schlaganfall und zur Haushaltshilfe bei Anschlussheilbehandlung.

Begutachtung bei Halbseitenlähmung und Aphasie

Der Medizinische Dienst bewertet die Selbstständigkeit in sechs Bereichen (§ 14 SGB XI): Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen sowie Alltagsgestaltung und soziale Kontakte. Daraus ergibt sich eine Gesamtpunktzahl von 0 bis 100.

  • Halbseitenlähmung zeigt sich vor allem bei Mobilität und Selbstversorgung, etwa beim Waschen, Anziehen oder Essen. Die Selbstversorgung zählt mit 40 Prozent am stärksten (§ 15 SGB XI).
  • Aphasie fällt in den Bereich kognitive und kommunikative Fähigkeiten. Die Sprachstörung betrifft nach Angaben der Deutschen Schlaganfall-Hilfe etwa ein Drittel der Betroffenen und sagt nichts über die Intelligenz aus.
  • Die Bereiche 2 und 3 werden zusammen gewertet; es zählt der höhere gewichtete Wert.

Bei Aphasie ist eine vertraute Begleitperson beim Hausbesuch hilfreich, die ergänzen kann, was dem Betroffenen schwerfällt. Die Verbraucherzentrale NRW rät: Bringen Sie Arztbriefe, den Entlassbericht der Klinik oder Reha, Medikamentenplan und Hilfsmittelliste mit, und bleiben Sie glaubwürdig. Mehr Tipps finden Sie unter Begutachtung vorbereiten und im Pflegetagebuch für den Medizinischen Dienst.

Haben Sie Fragen zu den Unterlagen für den Gutachter? Schreiben Sie uns per WhatsApp. Wir helfen Ihnen kostenfrei beim Zusammenstellen und Ausfüllen.

Welche Leistungen 2026 möglich sind

Ab Pflegegrad 2 können Sie zwischen Pflegegeld, Sachleistung oder einer Kombination wählen. Nach der Übersicht des Bundesgesundheitsministeriums gelten 2026 diese Beträge pro Monat:

  • Pflegegeld: 347 Euro (Pflegegrad 2), 599 Euro (3), 800 Euro (4), 990 Euro (5)
  • Pflegesachleistung bis zu 796, 1.497, 1.859 beziehungsweise 2.299 Euro
  • Entlastungsbetrag: bis zu 131 Euro monatlich in jedem Pflegegrad (§ 45b SGB XI)
  • Gemeinsamer Jahresbetrag für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege: bis zu 3.539 Euro pro Jahr (ab Pflegegrad 2)

Wie Sie den Entlastungsbetrag für Alltagsbegleitung nutzen, erklären wir auf der Seite zum Entlastungsbetrag in Düsseldorf. Mehr zum Pflegegeld 2026 lesen Sie separat.

Wir erklären Ihnen im persönlichen Gespräch, welche dieser Leistungen zu Ihrer Situation passen, und unterstützen die Beantragung bei der Pflegekasse. Das Gespräch ist kostenfrei.

Befristet, zu niedrig oder verschlechtert: was dann?

Besserung ist nach einem Schlaganfall häufig. Deshalb kann der Medizinische Dienst den Pflegegrad befristen, wenn er eine Verringerung der Beeinträchtigungen erwartet. Eine Befristung darf insgesamt höchstens drei Jahre dauern, und die Pflegekasse muss vor Ablauf rechtzeitig prüfen, ob und in welchem Pflegegrad weitergeleistet wird (§ 33 SGB XI).

Stellen Sie fest, dass der Bedarf höher ist als bewertet, stehen Ihnen zwei Wege offen. Ist der Bescheid zu niedrig ausgefallen, hilft ein Widerspruch (Frist und Begründung). Hat sich der Zustand später verschlechtert, stellen Sie einen Antrag auf Höherstufung. Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe empfiehlt dafür ein Pflegetagebuch über etwa zwei Wochen, in dem alle Verrichtungen erfasst werden. Alles Weitere steht in unserem Beitrag zur Höherstufung. Auch bei anderen schweren Erkrankungen läuft das Verfahren ähnlich, zum Beispiel beim Pflegegrad bei Krebs.

Der Bescheid passt nicht zu dem, was Sie täglich erleben? Wir sehen uns die Unterlagen mit Ihnen an und besprechen, welche Schritte möglich sind. Der Rückruf ist kostenfrei.

Wie wir Sie nach der Entlassung unterstützen

Wir leisten keine medizinische Behandlung. Was in der Therapie nötig ist, legen Klinik, Reha und Ärztin fest. Wir übernehmen Betreuung, Alltagsbegleitung und Haushaltshilfe: gemeinsame Spaziergänge, Begleitung zu Therapieterminen, Einkäufe, Hilfe im Haushalt und Zeit für ein Gespräch, wenn die Sprache nur langsam zurückkehrt. Bei Pflegegrad 2 bis 5 können Sie dafür den Entlastungsbetrag einsetzen. Pflegende Angehörige entlasten zusätzlich die Verhinderungspflege.

Ein denkbares Beispiel (kein realer Fall): Der Ehemann kehrt nach vier Wochen Reha mit einer Lähmung des rechten Arms nach Hause zurück, die Ehefrau war bisher berufstätig. Statt alles allein zu tragen, klärt sie vorab mit uns, welche Leistung zur Lage passt, und wir unterstützen die Beantragung. So steht die Hilfe, wenn es im Alltag losgeht. Passend dazu: Alltagsbegleitung in Düsseldorf.

Häufige Fragen zum Pflegegrad nach einem Schlaganfall

Kann ich den Pflegegrad schon in der Klinik beantragen?

Ja. Der Antrag lässt sich formlos telefonisch bei der Pflegekasse stellen, auch während des Klinikaufenthalts. Leistungen gibt es ab Antragstellung, frühestens ab Vorliegen der Voraussetzungen. Wer später beantragt, erhält sie erst ab Beginn des Antragsmonats.

Wie schnell kommt der Gutachter?

In der Regel muss die Pflegekasse innerhalb von 25 Arbeitstagen nach Antragseingang entscheiden. In Klinik oder stationärer Reha gilt unter bestimmten Voraussetzungen eine Begutachtung innerhalb von fünf Arbeitstagen.

Zählt eine Aphasie bei der Begutachtung?

Ja, Einschränkungen beim Sprechen und Verstehen werden im Bereich der kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten erfasst. Schildern Sie dem Gutachter konkret, in welchen Situationen Hilfe nötig ist und bringen Sie am besten eine vertraute Person mit.

Was ist, wenn der Pflegegrad nur befristet bewilligt wird?

Dann prüft die Pflegekasse vor Ablauf, ob und in welchem Pflegegrad weitergeleistet wird. Insgesamt darf die Befristung höchstens drei Jahre betragen. Verschlechtert sich der Zustand früher, können Sie einen Antrag auf Höherstufung stellen.

Kostet Ihre Hilfe bei den Anträgen etwas?

Nein. Unsere Beratung und die Hilfe beim Ausfüllen der Antragsunterlagen sind für Sie kostenfrei. Über unsere Betreuungsleistungen sprechen wir im persönlichen Gespräch.

Quellen: § 18a SGB XI, § 18c SGB XI, § 15 SGB XI, § 33 SGB XI, Leistungsbeträge 2026, BMG, gesundheitsinformation.de: Schlaganfall, Deutsche Schlaganfall-Hilfe: Aphasie und Kommunikation, Deutsche Schlaganfall-Hilfe: Nach der Stroke Unit, Verbraucherzentrale NRW: Begutachtung vorbereiten.

Mehr zu unseren Leistungen von City Concierge, Ihrem Betreuungsdienst in Düsseldorf: Entlastungsbetrag und Alltagsbegleitung und Seniorenbetreuung.

Rufen Sie uns an, bevor Sie den Antrag stellen

Wir bereiten den Antrag mit Ihnen vor, helfen bei den Unterlagen und stimmen uns mit der Pflegekasse ab. Das Gespräch ist kostenfrei. Wie Sie die Leistungen danach im Alltag nutzen, zeigen wir Ihnen auf der Seite zum Entlastungsbetrag in Düsseldorf. Erreichbar sind wir Mo–Fr von 8 bis 18 Uhr.

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