Wer wochenlang überwiegend liegt oder sitzt, riskiert Druckgeschwüre. Das betrifft nicht nur Menschen mit Pflegegrad 4 oder 5, sondern auch Angehörige, die zu Hause pflegen und plötzlich Verantwortung für die Haut eines geliebten Menschen tragen. Dieser Ratgeber zeigt, woran Sie ein Risiko erkennen, was Angehörige im Alltag tun können und welche Leistungen der Pflegekasse in Düsseldorf dabei helfen.
Die medizinischen Vorgaben legen Hausärztin, Klinik und Pflegedienst fest. Wir ergänzen das mit Betreuung und Alltagsbegleitung, damit der Plan im Alltag nicht an fehlender Zeit scheitert. Die Anträge dafür bereiten wir mit Ihnen vor, mehr dazu unter Entlastungsbetrag in Düsseldorf.
Sie pflegen zu Hause und wissen nicht, welche Leistung wofür gilt? Rufen Sie uns an, bevor Sie Anträge stellen. Unsere Beratung ist kostenfrei.
Was ein Druckgeschwür ist und wie es entsteht
Fachleute sprechen von Dekubitus. Gemeint ist eine örtlich begrenzte Schädigung von Haut oder tieferem Gewebe, meist über Knochenvorsprüngen. Auslöser sind Druck oder Druck zusammen mit Scherkräften, so beschreibt es der Expertenstandard des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP).
Das Prinzip ist einfach: Hält der Druck auf eine Stelle an, werden kleine Blutgefäße zusammengedrückt, das Gewebe wird schlecht versorgt und kann absterben. Die Unimedizin Mainz weist darauf hin, dass die Heilung Wochen bis Monate dauern kann. Betroffen sind keineswegs nur Menschen im Bett. Auch langes Sitzen im Sessel oder Rollstuhl kann ein Druckgeschwür verursachen.
Woran Sie ein erhöhtes Risiko erkennen
Das österreichische Gesundheitsportal gesundheit.gv.at nennt als wichtigsten Faktor anhaltenden Druck, etwa durch langes Liegen in derselben Position. Besonders gefährdet sind Stellen mit wenig Polster zwischen Haut und Knochen:
- Gesäß und Steißbein, Hüften, Schulterblätter
- Fersen und Hinterkopf
Das Risiko steigt, wenn weitere Umstände dazukommen. Die Unimedizin Mainz führt unter anderem diese auf:
- eingeschränkte Beweglichkeit, zum Beispiel nach Schlaganfall oder Operation
- trockene, rissige oder dauerhaft feuchte Haut, etwa bei Inkontinenz
- Durchblutungsstörungen und vermindertes Schmerzempfinden
- Mangelernährung, zu wenig Trinken, Fieber
Auch Diabetes, Demenz und Nervenerkrankungen werden als Risikofaktoren genannt. Wie hoch das Risiko bei einem Menschen tatsächlich ist, schätzt nach dem DNQP-Standard die Pflegefachkraft ein, zu Beginn der Pflege und erneut, wenn sich Beweglichkeit oder Umstände ändern.
Möchten Sie mit jemandem durchsprechen, wie Sie die Pflege zu Hause organisieren? Fordern Sie einen Rückruf an, die Erstberatung ist für Sie kostenfrei.
Was Angehörige im Alltag beitragen können
Der DNQP-Standard sieht vor, dass Pflegekräfte Betroffene und Angehörige zu Bewegung, Hautbeobachtung, Druckentlastung und Hilfsmitteln anleiten. Fragen Sie danach, wenn Sie das noch nicht erlebt haben. Die Unimedizin Mainz nennt für Angehörige drei Aufgaben: die Haut auf Feuchtigkeit und Rötungen beobachten, Veränderungen dem Pflegepersonal melden, und auf Trinken und Bewegung achten.
Haut kontrollieren und Rötungen prüfen
Gesundheit.gv.at beschreibt einen einfachen Test: Drücken Sie kurz auf eine gerötete Stelle. Wird sie dabei nicht weiß und bleibt rot, kann das ein erstes Zeichen sein. Weitere Warnzeichen sind Juckreiz, Schmerzen, Überwärmung und rissige Haut. Zeigen Sie solche Stellen zeitnah der Ärztin oder dem Pflegedienst. Für schwer einsehbare Bereiche wie das Gesäß kann ein Handspiegel helfen.
Bewegung, Haut und Ernährung im Blick behalten
Schon kleine Lageänderungen helfen, etwa den Kopf drehen, einen Arm oder ein Bein verschieben oder ein kleines Kissen unterlegen. Wie oft und in welcher Lage umgelagert wird, legen Ärztin und Pflegefachkraft individuell fest. Zur Hautpflege empfiehlt gesundheit.gv.at pH-neutrale Seife und nicht zu heißes Wasser. Bei Inkontinenz soll die Haut durch regelmäßigen Wechsel der Einlagen vor Harn und Stuhl geschützt werden. Bei Mangelernährung kann Trinknahrung ein Thema für die ärztliche Abklärung sein.
Pflegebett, Matratze, Lagerungshilfen: Wer was bezahlt
Hilfsmittel gegen Druckgeschwüre reichen von einfachen Lagerungskissen bis zu Spezialmatratzen. Die DAK-Gesundheit schreibt, dass sie solche Antidekubitushilfsmittel auf ärztliche Verordnung übernimmt; es fällt nur die gesetzliche Zuzahlung an, Aufzahlungen für Komfortprodukte sind möglich. Die Zuständigkeit und die Regeln unterscheiden sich je nach Hilfsmittel und Kasse, fragen Sie vor der Bestellung nach.
Ein Pflegebett zahlt nach Angabe der AOK die Pflegekasse, wenn ein Pflegegrad festgestellt ist und die Person überwiegend im Bett versorgt wird. Erwachsene zahlen 10 Prozent der Kosten, höchstens 25 Euro. Nach § 40 SGB XI sollen technische Pflegehilfsmittel möglichst leihweise überlassen werden. Die Kasse entscheidet in der Regel innerhalb von drei Wochen, bei Einschaltung einer Pflegefachkraft oder des Medizinischen Dienstes innerhalb von fünf Wochen. Mehr zu Verbrauchsmaterial wie Handschuhen und Einlagen lesen Sie im Ratgeber Pflegehilfsmittel zum Verbrauch.
Pflegebett oder Hilfsmittel fehlen noch? Wir helfen Ihnen kostenfrei beim Ausfüllen der Antragsunterlagen und stimmen uns mit der Pflegekasse ab.
Was der Pflegegrad bringt, wenn jemand überwiegend liegt
Bettlägerigkeit zeigt sich im Pflegegrad meist durch große Einschränkungen bei der Selbstständigkeit. Wie der Pflegegrad zusammenkommt, lesen Sie im Ratgeber Pflegegrad: Punkte, Module, Berechnung. Die Leistungen für 2026 laut Bundesgesundheitsministerium (Stand 04.11.2025):
- Pflegegeld monatlich: Pflegegrad 4 800 Euro, Pflegegrad 5 990 Euro
- Pflegesachleistung bis zu: Pflegegrad 4 1.859 Euro, Pflegegrad 5 2.299 Euro
- Entlastungsbetrag: bis zu 131 Euro monatlich, ab Pflegegrad 1
- Gemeinsamer Jahresbetrag für Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege: bis zu 3.539 Euro
Die Details je Pflegegrad finden Sie unter Pflegegrad 4 und Pflegegrad 5. Ändert sich der Zustand, kann ein neuer Antrag auf höheren Pflegegrad sinnvoll sein. Wie Sie sich auf die Begutachtung vorbereiten, hilft das Pflegetagebuch.
Pflegedienst und Betreuung: Wer übernimmt welche Aufgabe
Medizinische Aufgaben wie Wundversorgung oder ein ärztlich angeordneter Lagerungsplan gehören in die Hand von Fachkräften. Das ist Sache von Pflegedienst, Ärztin und Klinik. Wir leisten Betreuung, Alltagsbegleitung und Haushaltshilfe, keine Behandlungspflege.
Dazwischen liegt viel, was Angehörige entlastet: Gesellschaft leisten, ans Trinken erinnern, Mahlzeiten vorbereiten, den Haushalt führen, Termine begleiten. Der Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI ist laut Gesetz zweckgebunden für qualitätsgesicherte Leistungen zur Entlastung pflegender Angehöriger, darunter nach Landesrecht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag. Bei Pflegegrad 2 bis 5 darf er für Pflegedienste nicht für Leistungen der Selbstversorgung eingesetzt werden. Unsere Alltagsbegleitung ist deshalb ein häufiger Einsatzzweck. Wie das im Alltag aussieht, steht auch im Ratgeber Pflegende Angehörige entlasten.
Schreiben Sie uns kurz per WhatsApp, was im Alltag zu Hause am meisten fehlt. Wir sagen Ihnen kostenfrei, wie sich das über den Entlastungsbetrag organisieren lässt.
Wann Sie sofort ärztlichen Rat holen sollten
Haut, die trotz Druckentlastung gerötet bleibt, offene Stellen oder Blasen gehören in ärztliche Hände. Gesundheit.gv.at nennt als Zeichen für eine Infektion Fieber, Schüttelfrost, gelblich-grüne Verfärbung und unangenehmen Geruch der Wunde. Bessert sich ein Dekubitus trotz Behandlung nach zwei Wochen nicht, kann das auf eine Wundinfektion hindeuten. Die Behandlung bestimmen dann Ärztin oder Wundexperten, nicht Angehörige oder wir.
Geht es um eine mögliche Wohnungsanpassung, etwa für ein Pflegebett, lesen Sie auch den Ratgeber zu Wohnumfeldverbesserung.
Steht ein höherer Pflegegrad oder die Beantragung eines Pflegebetts an? Wir übernehmen die Vorbereitung der Unterlagen mit Ihnen, kostenfrei und in Abstimmung mit der Kasse.
Häufige Fragen zur Vorbeugung
Bekommt man Dekubitus nur im Bett?
Nein. Nach Angaben der Unimedizin Mainz kann auch langes, bewegungsloses Sitzen im Stuhl oder Rollstuhl ein Druckgeschwür verursachen. Entscheidend ist anhaltender Druck auf Stellen über Knochen.
Wer zeigt mir, wie ich richtig lagere?
Nach dem DNQP-Expertenstandard sollen Pflegekräfte Betroffene und Angehörige zu Bewegung, Hautbeobachtung und Hilfsmitteln anleiten. Fragen Sie Ihren Pflegedienst oder die Pflegeberatung. Hilfe gibt es auch über Pflegekurse für Angehörige.
Zahlt die Kasse eine Spezialmatratze?
Die DAK-Gesundheit übernimmt Antidekubitushilfsmittel auf ärztliche Verordnung, bis auf die gesetzliche Zuzahlung. Wie das bei anderen Kassen läuft, sagt Ihre Kasse. Wir helfen Ihnen kostenfrei beim Ausfüllen der Unterlagen.
Kann ich den Entlastungsbetrag für Betreuung nutzen?
Ja, wenn die Leistung zu den nach § 45b SGB XI zulässigen gehört, zum Beispiel ein anerkanntes Angebot zur Unterstützung im Alltag. Auf Wunsch klären wir mit Ihnen vorab, wie das bei Ihrer Pflegekasse läuft.
Was mache ich bei einer roten Stelle?
Prüfen Sie mit dem Fingertest, ob sie weiß wird. Bleibt sie rot, zeigen Sie die Stelle zeitnah der Hausärztin oder dem Pflegedienst. Vorgaben zur Lagerung kommen von dort.
Quellen: DNQP Expertenstandard Dekubitusprophylaxe (Auszug), Unimedizin Mainz: Dekubitus, gesundheit.gv.at: Dekubitus, DAK: Antidekubitushilfsmittel, AOK: Pflegebetten, § 40 SGB XI, § 45b SGB XI, BMG Leistungsbeträge 2026.
Mehr zu unseren Leistungen von City Concierge, Ihrem Betreuungsdienst in Düsseldorf: Entlastungsbetrag und Alltagsbegleitung und Seniorenbetreuung.
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