Das Marmeladenglas lässt sich nicht mehr öffnen, die Finger sind morgens wie eingerostet, und der Wäschekorb wird auf dem Weg zur Waschküche zur Kraftprobe. Bei Rheuma und Arthrose summieren sich solche Kleinigkeiten, bis der Haushalt an manchen Tagen mehr Kraft kostet, als vorhanden ist.
Wir zeigen, welche Handgriffe typischerweise schwerfallen und welche Hilfen es über Krankenkasse und Pflegekasse gibt. Wenn eine Haushaltshilfe nach einem Klinikaufenthalt infrage kommt, finden Sie die Wege auf unserer Seite zum Antrag auf Haushaltshilfe bei der Krankenkasse.
Sie sind unsicher, welche Hilfe bei Ihren Gelenkbeschwerden zustehen könnte? Rufen Sie uns an, bevor Sie einen Antrag stellen. Wir übernehmen die Beantragung mit Ihnen und stimmen uns mit der Kasse ab, die Beratung ist für Sie kostenfrei.
Rheuma oder Arthrose: Was die Begriffe unterscheidet
Die Deutsche Rheuma-Liga beschreibt Rheuma als Sammelbegriff für mehr als 100 Erkrankungen. Die häufigste entzündliche Form ist die rheumatoide Arthritis. Dabei greift das Immunsystem die Gelenkinnenhaut an. Laut Techniker Krankenkasse sind in Deutschland etwa 1 Prozent der Erwachsenen betroffen, meist beginnt die Krankheit nach dem 50. Lebensjahr.
Bei Arthrose wird dagegen der Knorpel dünner. Das geschieht meist langsam über Jahre und häufig ab dem 40. Lebensjahr, vor allem an Knie, Hüfte und Fingern. Ein Hinweis zur Einordnung ist die Morgensteifigkeit: Bei Arthrose lässt der Anlaufschmerz meist schnell nach. Hält die Steifigkeit länger als 30 Minuten an, spricht das laut gesundheitsinformation.de eher für entzündliches Rheuma. Die Rheuma-Liga nennt als Warnzeichen mehr als 60 Minuten. Die Diagnose stellt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Für den Haushalt zählt vor allem, was Ihnen im Alltag schwerfällt.
Morgensteifigkeit, Greifkraft, Treppen: Wo der Haushalt zuerst hakt
Die Einschränkungen sind je nach Gelenk verschieden. Häufig genannt werden diese Situationen:
- Der Start in den Tag: Knöpfe schließen oder Messer und Gabel führen kann nach der Nacht schwerfallen, wie die Techniker Krankenkasse schreibt.
- Greifen und Drehen: Flaschen und Gläser öffnen, Wasserhahn bedienen, Kartoffeln schälen. Bei Fingerarthrose und Rheuma in den Händen ist das typisch.
- Tragen und Bücken: volle Einkaufstaschen, Wäschekorb, Bettbezüge, Staubsauger.
- Treppen und lange Wege: Bei Knie oder Hüfte wird jede Stufe zur Belastung, ein Einkauf ohne Aufzug zum Kraftakt.
- Erschöpfung: Bei Rheuma kommen laut Techniker Krankenkasse ausgeprägte Müdigkeit und häufigere Ruhepausen hinzu, sodass der Tag weniger Aufgaben fasst.
Wer diese Aufgaben abgibt, hat mehr Kraft für das, was ihm wichtig ist. Bei dauerhaften Schmerzen ohne Entzündung lesen Sie auch unseren Beitrag zu Fibromyalgie und chronischem Schmerz, bei Sturzangst durch brüchige Knochen den zu Osteoporose.
Schreiben Sie uns kurz per WhatsApp, welche Handgriffe bei Ihnen am meisten schmerzen: Wäsche, Einkauf oder Küche? Wir melden uns Mo bis Fr zwischen 8 und 18 Uhr.
Gelenke schonen: Was Fachstellen für den Alltag raten
Die Deutsche Rheuma-Liga empfiehlt, Gelenke schon vor den ersten Beschwerden möglichst wenig zu belasten, Pausen einzulegen und Schmerz als Warnsignal ernst zu nehmen. Hilfsmittel sollen früh genutzt werden, nicht erst, wenn nichts mehr geht. Die Bundesärztekammer nennt in ihrer Patienteninformation Öffner für Flaschen und Gläser, verdickte Griffe für Stifte, Kämme, Zahnbürsten und Messer sowie bequeme, stabile Schuhe. Bei Knie- und Hüftarthrose kommen laut gesundheitsinformation.de Gehstöcke infrage.
Auch Bewegung gehört dazu. Sie versorgt den Knorpel mit Nährstoffen und stärkt die Muskeln, die das Gelenk stabilisieren. Was für Ihre Gelenke passt, sagen Ärztin oder Ergotherapeut. Ergotherapie zeigt Ihnen, wie Sie alltägliche Handgriffe gelenkschonend ausführen. Zuschüsse für Umbauten in der Wohnung erklärt unser Beitrag zur Wohnumfeldverbesserung und Wohnungsanpassung.
Was wir für Sie übernehmen und was bei Ihnen bleibt
Als Betreuungsdienst übernehmen wir Aufgaben, die Ihre Gelenke am meisten fordern: Wäsche und Bettwäsche, Einkaufen und Tragen, Kochen und Aufräumen. Dazu kommt Alltagsbegleitung, etwa zum Arzt oder zur Physiotherapie. Therapie und Medikamente richten sich weiter nach den Vorgaben Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes. Mehr dazu auf unserer Seite zur Alltagsbegleitung und Seniorenbetreuung in Düsseldorf.
Denkbares Beispiel (kein realer Fall): Eine Person mit Fingerarthrose kocht gern selbst, kann aber keinen schweren Topf mehr heben und keine Taschen tragen. Wir übernehmen Einkauf und Wäsche, das Kochen bleibt bei ihr. Sie entscheiden, was Sie abgeben und was Sie selbst machen möchten.
Möchten Sie in Ruhe besprechen, welche Aufgaben wir übernehmen könnten? Fordern Sie einen Rückruf an. Das Gespräch und die Hilfe bei den Antragsunterlagen sind für Sie kostenfrei.
Haushaltshilfe von der Krankenkasse: bei Klinik, Reha oder Schub
Nach § 38 SGB V besteht Anspruch auf Haushaltshilfe, wenn Sie den Haushalt wegen einer Krankenhausbehandlung oder bestimmter weiterer Leistungen nicht weiterführen können und ein Kind unter zwölf Jahren oder ein behindertes, hilfebedürftiges Kind im Haushalt lebt. Bei schwerer Krankheit oder akuter Verschlimmerung gibt es Haushaltshilfe für längstens vier Wochen, bei einem Kind im Haushalt bis zu 26 Wochen. Das gilt nur, solange kein Pflegegrad 2 bis 5 vorliegt. Die Satzung Ihrer Kasse kann Weiteres vorsehen. Kann eine Person im Haushalt den Haushalt weiterführen, besteht kein Anspruch. Je Kalendertag fällt eine Zuzahlung nach § 61 SGB V an.
Bei Rheuma und Arthrose sind das meist Phasen wie ein Gelenkersatz oder ein starker Schub. Lesen Sie dazu unsere Beiträge Haushaltshilfe nach Knie-OP und Haushaltshilfe bei Krankheit nach § 38 SGB V. Ob Ihre Situation darunterfällt, entscheidet die Kasse. Wir bereiten den Antrag mit Ihnen vor und stimmen uns mit ihr ab.
Steht bei Ihnen eine Gelenk-OP oder eine Reha an? Melden Sie sich vorher bei uns. Wir kennen die Abläufe der Kassen in Düsseldorf und NRW und helfen kostenfrei beim Antrag.
Pflegegrad und Entlastungsbetrag bei dauerhaften Einschränkungen
Pflegebedürftig sind nach § 14 SGB XI Menschen, die wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen auf Hilfe angewiesen sind, voraussichtlich für mindestens sechs Monate. Der Medizinische Dienst bewertet im Auftrag der Pflegekasse sechs Bereiche, darunter Mobilität und Selbstversorgung, etwa Waschen und Anziehen. Die Gesamtpunktzahl entscheidet über den Pflegegrad. Dass der Haushalt nicht mehr allein zu schaffen ist, zählt nicht als eigener Bereich. Die AOK empfiehlt, vor der Begutachtung Alltagsschwierigkeiten zu notieren, Medikamentenplan, Arztberichte und Hilfsmittel bereitzuhalten und eine vertraute Person dazuzuholen. Hilfe bietet unser Beitrag zur Vorbereitung der Begutachtung und die Seite zum Pflegetagebuch.
Mit Pflegegrad können Sie den Entlastungsbetrag nutzen: bis zu 131 Euro monatlich nach § 45b SGB XI, für nach Landesrecht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag. Erstattet wird gegen Belege, der Anspruch entsteht ohne vorherigen Antrag. Nicht verbrauchte Beträge lassen sich in das folgende Kalenderhalbjahr übertragen. Alles dazu auf unserer Seite zum Entlastungsbetrag in Düsseldorf.
Unsicher, ob für Sie ein Pflegegrad infrage kommt? Wir besprechen mit Ihnen die nächsten Schritte und unterstützen bei den Unterlagen für die Pflegekasse. Beratung und Ausfüllhilfe sind kostenfrei.
Häufige Fragen zu Rheuma, Arthrose und Hilfe im Haushalt
Zahlt die Krankenkasse eine Haushaltshilfe bei Rheuma?
Die Diagnose allein genügt nicht. Anspruch besteht nach § 38 SGB V, wenn Sie den Haushalt etwa wegen einer Krankenhausbehandlung nicht führen können oder bei schwerer Krankheit beziehungsweise akuter Verschlimmerung, sofern kein Pflegegrad 2 bis 5 vorliegt. Die Kasse prüft den Einzelfall.
Reicht die Schwierigkeit mit dem Haushalt für einen Pflegegrad?
Nicht allein. Die Punkte ergeben sich aus sechs Bereichen wie Mobilität und Selbstversorgung. Haushaltsführung ist kein eigener Bereich. Der Medizinische Dienst begutachtet Sie in der Regel zu Hause und prüft, wie selbstständig Sie im Alltag sind.
Kann ich den Entlastungsbetrag für Hilfe im Haushalt nutzen?
Wenn Pflegegrad besteht, ja, für nach Landesrecht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag, bis zu 131 Euro im Monat. Sprechen Sie uns vorab an, wir erklären die Abrechnung und die Belege. Weiteres zu Angeboten finden Sie in unserem Beitrag zu Angeboten zur Unterstützung im Alltag nach § 45a.
Sollten Gelenke bei Arthrose geschont oder bewegt werden?
Beides. Gesundheitsinformation.de nennt Bewegung als eine der wichtigsten Maßnahmen, weil sie Muskeln und Gelenke stärkt. Überlastung vermeiden Sie durch Pausen und Hilfsmittel. Das richtige Maß klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Therapeuten.
Wo bekomme ich weitere Beratung zu Rheuma?
Die Deutsche Rheuma-Liga bietet eine Info-Hotline unter 0800 6002525 sowie örtliche Gruppen und Bewegungskurse. Für Haushalt, Betreuung und Anträge bei Kasse und Pflegekasse sind wir kostenfrei für Sie da, zum Beispiel über unsere Kontaktseite.
Quellen: TK: Rheumatoide Arthritis, gesundheitsinformation.de: Arthrose, Deutsche Rheuma-Liga: Was ist Rheuma, Deutsche Rheuma-Liga: Gelenkschutz, Bundesärztekammer: Patienteninformation Rheumatoide Arthritis, § 38 SGB V, § 14 SGB XI, § 45b SGB XI, AOK: Pflegebegutachtung.
Mehr zu unseren Leistungen von City Concierge, Ihrem Betreuungsdienst in Düsseldorf: Haushaltshilfe und Entlastungsbetrag.
Gelenkschmerzen im Haushalt? Wir entlasten Sie in Düsseldorf
Rufen Sie uns an, bevor Sie einen Antrag bei Kranken- oder Pflegekasse stellen. Wir bereiten den Antrag mit Ihnen vor, besprechen die Unterlagen und stimmen uns mit der Kasse ab. Beratung und Hilfe beim Ausfüllen sind für Sie kostenfrei. Erreichbar Mo bis Fr von 8 bis 18 Uhr.

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