Epilepsie im Alltag: Sicherheit, Betreuung und Pflegegrad in Düsseldorf

Verfasst von

in

Ein Anfall kündigt sich nicht an. Deshalb fragen sich viele Menschen mit Epilepsie und ihre Angehörigen in Düsseldorf: Kann ich gefahrlos duschen, kochen, die Treppe nehmen, wenn gerade niemand da ist? Dieser Ratgeber zeigt, wo im Haushalt die Risiken liegen, wann Betreuung sinnvoll ist und welche Leistungen der Kassen dafür infrage kommen. Wir von City Concierge, Ihrem Betreuungsdienst in Düsseldorf, bereiten die Beantragung mit Ihnen vor, siehe unsere Seite zur Antragstellung bei der Krankenkasse.

Rufen Sie uns an, bevor Sie einen Antrag stellen: Wir klären mit Ihnen, welche Leistung zu Ihrer Situation passt. Unsere Beratung ist kostenfrei.

Was bei einem Anfall im Haushalt passiert

Epilepsie bedeutet, dass bestimmte Hirnbereiche übermäßig aktiv sind und dadurch Anfälle auslösen. Von Epilepsie spricht man, wenn Anfälle ohne erkennbaren Auslöser mehrfach auftreten. Das betrifft knapp 1 von 100 Menschen (gesundheitsinformation.de). Die Anfälle sehen sehr verschieden aus: von kurzen Bewusstseinspausen (Absencen) über automatisierte Bewegungen bis zum großen Anfall mit Verkrampfung und Sturz.

Für den Alltag zählt weniger die Diagnose als die Frage, was in der Wohnung passieren kann. Bei atonischen Anfällen verliert der Körper plötzlich die Spannung, das geht häufig mit Stürzen und einem hohen Verletzungsrisiko einher (Epilepsie-Vereinigung). Während eines Anfalls kann außerdem das Schmerzempfinden ausgeschaltet sein, am Herd drohen dann Verbrennungen.

Gefahrenstellen: Bad, Küche, Treppe

Die folgenden Punkte nennt die Epilepsie-Vereinigung in ihrer Broschüre zum Alltagsleben. Welche davon für Sie gelten, besprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt:

  • Baden: Wer schlafgebundene Anfälle hat, sollte nicht direkt nach dem Aufstehen in die Badewanne steigen.
  • Küche: Wer eine Aura lange genug spürt, kann die Küche noch verlassen. Ohne Vorwarnung bleibt der Herd ein Risiko.
  • Höhe: Ungesicherte Tätigkeiten auf der Leiter sollten vermieden werden.
  • Alleinsein: Nach einem großen Anfall sollten Betroffene nicht allein bleiben, bis sie wieder voll orientiert sind.

Genau hier setzt Begleitung im Haushalt an. Wer in der Nähe ist, kann bei kritischen Tätigkeiten dabeibleiben und nach einem Anfall nicht nur Hilfe holen, sondern auch bei der Orientierung unterstützen.

Schreiben Sie uns per WhatsApp, in welchen Situationen zu Hause Sie sich unsicher fühlen. Wir melden uns und besprechen, wie Begleitung aussehen kann.

Wie Angehörige und Begleitpersonen im Ernstfall reagieren

Ein einzelner epileptischer Anfall ist nach der Epilepsie-Vereinigung kein Notfall. Wichtig sind Ruhe und ein Blick auf die Uhr. Gefährliche Gegenstände werden aus dem Weg geräumt, die Bewegungen nicht festgehalten und der Kiefer nicht gewaltsam geöffnet. Nach einem großen Anfall hilft die stabile Seitenlage.

Den Notruf 112 wählen Sie, wenn der Anfall länger als fünf Minuten dauert, sich innerhalb einer Stunde wiederholt, das Bewusstsein nicht zurückkehrt, Verletzungen möglich sind, Sie unsicher sind oder es der erste Anfall ist. Dauert ein Anfall länger als fünf Minuten, sprechen Ärzte von einem Status epilepticus, einem Notfall (gesundheitsinformation.de).

Wir leisten keine medizinische Behandlung. Für Ihren persönlichen Notfallplan gelten die Vorgaben Ihrer Ärztin oder Ihrer Klinik. Auf dieser Grundlage begleiten wir Sie im Alltag.

Wann Epilepsie zum Pflegegrad führen kann

Die Diagnose allein entscheidet nicht. Der Pflegegrad richtet sich danach, wie selbstständig ein Mensch noch ist (AOK). Maßgeblich sind sechs Module nach § 14 SGB XI, darunter Mobilität, kognitive Fähigkeiten, Selbstversorgung und die Gestaltung des Alltagslebens. Der Zustand muss voraussichtlich mindestens sechs Monate bestehen.

Bei Epilepsie kommt es deshalb auf die Folgen an: Treten Anfälle so häufig auf, dass Sie beim Waschen, Anziehen oder Gehen Hilfe brauchen? Beeinträchtigen Medikamente oder Anfälle Orientierung und Gedächtnis? Das Modul zu kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten erfasst unter anderem die Risikoerkennung. Auch im Alter, wenn zur Epilepsie etwa Gangunsicherheit hinzukommt, können Einschränkungen zusammenkommen, mehr dazu in unserem Ratgeber zu Sturz und Gangunsicherheit.

Wichtig: Die Haushaltsführung hat im Pflegegrad kein eigenes Modul. Dass Sie nicht mehr allein kochen oder putzen können, fließt nur über die sechs Module ein (§ 14 Abs. 3 SGB XI). Den Ablauf vom Antrag bis zum Bescheid erklärt unser Ratgeber zum Pflegegrad beantragen.

Fordern Sie einen Rückruf an: Wir sehen gemeinsam mit Ihnen an, ob ein Antrag auf Pflegegrad bei Ihrer Situation sinnvoll ist. Das Gespräch ist kostenfrei.

Die Begutachtung gut vorbereiten

Der Medizinische Dienst besucht Sie in der Regel zu Hause, der Termin kann bis zu einer Stunde dauern (AOK). Halten Sie Medikationsplan, Arzt- und Klinikberichte der letzten zwölf Monate sowie genutzte Hilfsmittel bereit. Bitten Sie eine vertraute Person, dabei zu sein.

Anfälle sind nicht immer am Begutachtungstag sichtbar. Notieren Sie deshalb vorab, wann sie auftreten, wie lange Sie danach Hilfe brauchen und welche Tätigkeiten Sie deshalb meiden. Dafür eignet sich ein Pflegetagebuch zur Begutachtung. Praktische Hinweise zum Termin finden Sie auch im Ratgeber Pflegegrad Begutachtung vorbereiten.

Wir unterstützen Sie beim Ausfüllen der Unterlagen und stimmen uns mit der Kasse ab. Diese Hilfe ist für Sie kostenfrei. Über den Pflegegrad entscheidet allein die Pflegekasse auf Grundlage des Gutachtens.

Leistungen, wenn ein Pflegegrad vorliegt

Mit anerkanntem Pflegegrad in häuslicher Pflege steht Ihnen der Entlastungsbetrag von bis zu 131 Euro im Monat zu (§ 45b SGB XI). Er ist zweckgebunden und kann unter anderem für anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag nach § 45a eingesetzt werden, zum Beispiel für Betreuung und Begleitung. Ein nicht verbrauchter Betrag kann in das folgende Kalenderhalbjahr übertragen werden. Die Kosten werden gegen Rechnung erstattet. Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite zum Entlastungsbetrag in Düsseldorf.

Pflegt Sie ein Angehöriger und braucht selbst eine Pause, kommt die Verhinderungspflege in Betracht. Wie wir Betreuung auf Dauer gestalten, lesen Sie unter Alltagsbegleitung und Seniorenbetreuung.

Rufen Sie uns an, bevor Sie Entlastungsbetrag oder Verhinderungspflege selbst beantragen: Wir kennen die Abläufe der Kassen in Düsseldorf und NRW und begleiten Sie kostenfrei durch die Unterlagen.

Kurzfristig Hilfe nach Klinikaufenthalt: Haushaltshilfe nach § 38 SGB V

Hatten Sie eine Anfallsserie oder eine Verschlechterung, nach der Sie im Haushalt nicht mehr zurechtkommen? Dann kann die Krankenkasse eine Haushaltshilfe bezahlen. Ohne Kind im Haushalt gilt das bei schwerer Krankheit oder akuter Verschlimmerung für bis zu vier Wochen, und nur, wenn kein Pflegegrad 2 bis 5 vorliegt. Lebt ein Kind unter zwölf Jahren im Haushalt, sind bis zu 26 Wochen möglich. Die Hilfe wird nur gewährt, wenn niemand sonst im Haushalt die Haushaltsführung übernehmen kann (§ 38 SGB V). Erwachsene zahlen eine Zuzahlung je Tag.

Mit Pflegegrad 2 bis 5 greifen stattdessen Entlastungsbetrag und die übrigen Leistungen der Pflegeversicherung. Einen ähnlichen Fall mit anderem Krankheitsbild beschreibt unser Ratgeber zu Parkinson und Betreuung zu Hause.

Lassen Sie sich zurückrufen, wenn Sie nach einer Klinikbehandlung schnell Unterstützung im Haushalt brauchen. Wir bereiten den Antrag mit Ihnen vor und stimmen uns mit der Kasse ab.

Schwerbehindertenausweis bei Epilepsie

Epilepsie kann einen Grad der Behinderung (GdB) begründen. Ab GdB 50 wird ein Schwerbehindertenausweis ausgestellt, der Merkzeichen G kann zum Beispiel eine Wertmarke für den Nahverkehr eröffnen (Epilepsie-Vereinigung). Welcher GdB festgestellt wird, hängt unter anderem von Art, Schwere, Häufigkeit und Tageszeit der Anfälle ab. Wie der Antrag in Düsseldorf läuft, beschreiben wir im Ratgeber zum Schwerbehindertenausweis in Düsseldorf. Der Ausweis und der Pflegegrad sind getrennte Verfahren mit eigenen Voraussetzungen.

Häufige Fragen zu Epilepsie, Betreuung und Pflegegrad

Bekomme ich bei Epilepsie automatisch einen Pflegegrad?

Nein. Der Pflegegrad richtet sich nicht nach der Diagnose, sondern danach, wie selbstständig Sie im Alltag sind. Die Pflegekasse entscheidet nach dem Gutachten des Medizinischen Dienstes.

Darf ich mit Epilepsie allein wohnen?

Das hängt von Art und Häufigkeit Ihrer Anfälle ab und ist mit Ihrer behandelnden Ärztin zu klären. Manche Menschen leben sicher allein, andere profitieren von stundenweiser Begleitung bei Bad, Küche oder nach einem Anfall.

Können Sie bei einem Anfall medizinisch eingreifen?

Wir leisten Betreuung und Alltagsbegleitung, keine Behandlung. Bei einem Anfall bleiben wir bei Ihnen, achten auf Ihre Sicherheit und rufen bei Bedarf den Notruf 112, so wie es die Ärztin oder die Klinik vorgibt.

Was kostet Ihre Beratung?

Die Beratung und die Hilfe beim Ausfüllen der Antragsunterlagen sind für Sie kostenfrei. Zu den Einsätzen sprechen wir im persönlichen Gespräch mit Ihnen.

Quellen: Epilepsie-Vereinigung: Epilepsie im Alltagsleben, gesundheitsinformation.de: Epilepsie, § 14 SGB XI, § 45b SGB XI, § 38 SGB V, AOK: Pflegebegutachtung.

Mehr zu unseren Leistungen von City Concierge, Ihrem Betreuungsdienst in Düsseldorf: Haushaltshilfe und Entlastungsbetrag.

Sicherheit zu Hause beginnt mit einem Gespräch

Rufen Sie uns montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr an, schreiben Sie uns per WhatsApp oder lassen Sie sich zurückrufen. Wir klären kostenfrei, welche Leistung zu Ihnen passt, und übernehmen mit Ihnen die Beantragung. Mehr zur Hilfe im Haushalt finden Sie unter Haushaltshilfe in Düsseldorf.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert